Ich schwimme. In all meinen Träumen schwimme ich. [...]. Ich muss den Rhythmus finden, das ruhige Wechselspiel der Schläge und den gleichförmigen Gang des Atems. Und es ist, als würde sogar das Wasser sich glätten, sobald ein Zug anfängt, dem anderen zu gleichen und mein Körper mit der kontrollierten Kraft der Einförmigkeit seine Bahnen durch das Fieberbecken zieht.

John von Düffel - Schwimmen

 

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Eigentlich mag Britta keine Spielplätze. Es macht sie traurig zu sehen, was aus Menschen wird, die sich ausschließlich für ihre Kinder interessieren. Väter, sie sich beim stundenlangen Anschubsen der Schaukel den Arm ausleiern. Mütter, die aus allen vieren durch Plastikröhren kriechen und dabei wie Schweine grunzen. Ehepaare, die voller Eifer gemeinsam Sandburgen bauen, während die Dreijährige gelangweilt ins Leere starrt.

Leere Herzen (Juli Zeh)