Wer auf Reisen geht, folgt immer auch einer vagen Sehnsucht, unabhängig vom Ziel der Reise, der Sehnsucht nach Erfüllung oder dem Moment, der allen übrigen Momenten, ob morgens an einem noch leeren Strand, allein mit dem Meer, oder nachts in einer schmalen Gasse, hastig umschlungen, ihren Sinn gibt: Das erfüllt meinen Wunsch, das ist die Ankunft, alles danach schon die Heimkehr - so sieht man es später.

Verlangen und Melancholie (Bodo Kirchhoff)

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Eigentlich mag Britta keine Spielplätze. Es macht sie traurig zu sehen, was aus Menschen wird, die sich ausschließlich für ihre Kinder interessieren. Väter, sie sich beim stundenlangen Anschubsen der Schaukel den Arm ausleiern. Mütter, die aus allen vieren durch Plastikröhren kriechen und dabei wie Schweine grunzen. Ehepaare, die voller Eifer gemeinsam Sandburgen bauen, während die Dreijährige gelangweilt ins Leere starrt.

Leere Herzen (Juli Zeh)