Sie hatten sich schon Lebwohl gesagt, als sie ihn fragte, und wo willst du jetzt hin? Ans Wasser. Ans Wasser? Wir kehren immer zum Wasser zurück, habe er gesagt. Und das erzählte sie mir wie eine Anekdote, in einem Ton der Belustigung, vielleicht noch reichlich böse über das Vorgefallene zwischen ihr und ihm, von dem ich nichts wusste und nichts weiß. Und ich erinnere mich noch genau, wie ich versuchte, darüber den Kopf zu schütteln und belustigt zu tun um ihretwillen. Aber ich hörte diesen Satz aus ihrem Mund und wusste im selben Augenblick, dass er mich nicht mehr loslassen wird.

Vom Wasser (John von Düffel)

john-dueffel-03

Ich schwimme. In all meinen Träumen schwimme ich. [...]. Ich muss den Rhythmus finden, das ruhige Wechselspiel der Schläge und den gleichförmigen Gang des Atems. Und es ist, als würde sogar das Wasser sich glätten, sobald ein Zug anfängt, dem anderen zu gleichen und mein Körper mit der kontrollierten Kraft der Einförmigkeit seine Bahnen durch das Fieberbecken zieht.

John von Düffel - Schwimmen